Neue Konzepte zur Hart- und Weichgewebe-Regeneration
Author: n.n.
Aus der Sicht eines Praktikers schilderte Dr. Markus Schlee, Zahnarzt aus Forchheim, seine Erfahrungen mit Weichgewebsersatzmaterialien. „Menschen mit dünner Gingiva haben ein höheres Risiko für Entzündungen oder Rezessionen.“ In einer eigenen Fallstudie mit 19 Patienten zeigte sich, dass ab einer Dicke von weniger als 0,8 Millimetern keine 100-prozentige Deckung mehr möglich ist. Wichtig und mittlerweile möglich ist es, das Gewebe zu verdicken, um es langfristig zu erhalten. An der Kollagenmatrix schätzt er die kompakte Struktur des Materials, die eine offene Einheilung erlaubt. „Die Membran sollte trocken eingebracht werden, da sie sich mit Defektblut vollsaugt“, rät Schlee. Histologisch konnte schon nach sechs Tagen die Einwanderung von Zellen beobachtet werden, später eine tiefe Durchdringung mit Zellen. Entzündungsreaktionen konnte er nicht feststellen. Beim exakten Zuschnitt der Membran auf den Defekt schmiegte sich das Material perfekt an. Schlee ließ bei einigen Zuschnitten extra etwas überstehen, dieses „überflüssige“ Material wurde im Heilungsprozess resorbiert. Auch der Zahnarzt bemerkte bei der Behandlung von Gingivarezessionen weniger Schmerz bei den Patienten mit Mucograft-Abdeckungen. Insgesamt hält er die Kollagen-Matrix für ein sehr vielversprechendes und vielfältig einsetzbares Material, das das Weichgewebe effizient vermehrt und verdickt, allerdings seien noch viele Daten für eine abschließende Empfehlung in der Praxis nötig.
Source: DZW 14/2010, 06. April 2010